Portraitaufnahme von Christopher Roch

5 Fragen an Christopher Roch von der Arbeitsgemeinschaft Offene Türen NRW e.V.

Christopher Roch ist Papa, Sozialwissenschaftler, Bildungsreferent beim ABA Fachverband e.V und stellvertretender Vorsitzender der AGOT-NRW e.V. Die AGOT-NRW ist die Interessenvertretung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen. Sie vertritt die Belange und Interessen junger Menschen gegenüber dem zuständigen Jugendministerium, den beiden Landesjugendämtern im Rheinland und in Westfalen-Lippe sowie den kommunalen Spitzenverbänden. Gegenüber den politischen Akteuren berichtet die AGOT-NRW kontinuierlich über Lebenslagen und Probleme von Kindern und Jugendlichen und berät gemeinsam über Bedarfe, Bedingungen, Perspektiven und Ziele der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

BNE.NRW: Beschreiben Sie bitte in drei Schlagworten Ihr Engagement für BNE.

Christopher Roch: Lebensweltorientierung, Partizipation, Niedrigschwelligkeit

BNE.NRW: Die Politisierung von Kindern und Jugendlichen erlebt derzeit neuen Aufschwung. Würden Sie sagen, dass sich die Interessen verändert haben – oder eher die Möglichkeiten gehört zu werden, zum Beispiel durch Plattformen wie Fridays for Future?

Christopher Roch: Meiner Meinung nach werden Umwelt- bzw. Klimaschutz deswegen von jungen Menschen politisch aufgegriffen, weil bei diesen Themen große inhaltliche Einigkeit vorliegt – über Ländergrenzen hinweg. Der gemeinsame Nenner lautet: Die erwachsenen Politiker_innen tun zu wenig für den Klimaschutz, darum gehen wir auf die Straße. Die digitalen Medien tragen zwar zum Wachstum und zur Organisation von Fridays for Future bei; die Bewegung ist aber auch deswegen so erfolgreich, weil es in doppelter Hinsicht um die Zukunft geht: die Zukunft des Planeten und die Interessen der zukünftigen Generationen. Niemand kann die Botschaft zur Rettung des Planeten so authentisch erzählen wie junge Menschen.

BNE.NRW: Warum werden Kindern und Jugendlichen bei politischen Themen oft Beteiligung und Verantwortung abgesprochen?

Christopher Roch: Christian Lindners Zitat bringt es in meinen Augen auf den Punkt: „Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen.“ Das sei vielmehr „eine Sache für Profis“. Kindern und Jugendlichen werden damit in erster Linie Sachverstand, Reife und Erfahrung abgesprochen, um politisch mitreden zu dürfen.

BNE.NRW: Wie schaffen Sie es, an die Interessen junger Menschen anzuknüpfen und diese bestmöglich „abzuholen“?

Christopher Roch: Indem wir junge Menschen erst einmal so annehmen, wie sie sind. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit greift die Interessen von jungen Menschen auf und arbeitet partizipativ; das heißt, die Besucher*innen von Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit können zum Beispiel die Angebote, die veranstaltet werden, mitgestalten.

BNE.NRW: Wie kann Bildung für eine nachhaltige Entwicklung langfristig im Bildungssektor verankert werden?

Christopher Roch: In meinen Augen wäre die aktive Unterstützung der Fridays for Future-Bewegung (und ähnlicher Formen jungen Engagements) ein Schritt in die richtige Richtung. Bildung für nachhaltige Entwicklung erfordert für mich in erster Linie Mut, Kreativität und eigenständiges Denken. Daher ist aus Sicht der Offenen Kinder- und Jugendarbeit die zentrale Frage: Wie schaffen wir Freiräume im Bildungssektor, in denen junge Menschen ihre Interessen wirksamer einfordern können?

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